Ostseebad Binz – Ein Ausflug in die Vergangenheit

Binz ist das größte und bekannteste Seebad der Insel Rügen. Vor allem die Bäderarchitektur hat die 5.500-Einwohner-Gemeinde zu einem Begriff gemacht und ihm einst den Namen „Sorrent des Nordens“ beschert.

Das Ostseebad liegt an der weit geschwungenen Bucht Prorer Wiek zwischen der Halbinsel Jasmund im Norden und der Granitz, dem größten Waldgebiet der Insel Rügen, im Süden. Im Westen grenzt Binz an das schilfumsäumte Ufer des Schmachter Sees, während im Osten die Ostsee den weißen feinsandigen Strand umspült.

Binz bietet durch seine geschützte Lage ein mildes Reizklima mit 1.872 Sonnenstunden pro Jahr. Der breite Strand, der steinfreie Meeresgrund und die schwache Brandung machen Binz zu einem beliebten Badeparadies.

Das heutige Seebad wurde erstmals 1318 urkundlich als Fischerdorf Byntze erwähnt. Lange blieb es ein unbedeutendes Fischerdorf, bis um 1860 die ersten Sommerfrischler im Dorfkrug Quartier nahmen. Noch ging die Entwicklung als Badeort langsam voran. So wurden um 1870 gerade 80 Badegäste im Jahr gezählt. Doch schon 1876 erfolgte der erste Hotelbau, 1880 entstand mit dem Strandhotel das erste Hotel am Meer. 1884 wurde Binz dann offiziell zum Badeort erklärt.

Da überwiegend Berliner Bänker und Industrielle zu den frühen Gästen zählten, galt die Binzer Strandpromenade bald als verlängerter Ku´damm auf Rügen. Die Hauptstädter gehörten 1888 auch zu den Begründern der „Aktiengesellschaft Ostseebad Binz“, die allerdings 1891 wieder in Konkurs ging. 1893 wurde das erste Kurhaus und der Kaiserhof erbaut. 1895 folgte der Bau der “Rasender Roland” Kleinbahnstrecke Putbus-Binz und die Anlage der Strandpromenade.

Doch erst die Aufnahme der Seebäderdampfschifffahrt zwischen der pommerschen Hauptstadt Stettin und Binz/Sassnitz im Jahr 1896 durch die Reederei „Bräunlich“ sorgte für einen Bauboom im aufstrebenden Seebad, der uns die großartige Bäderarchitektur hinterließ.

Die filigranen Ornamente und Rosetten an den Villen, die Ecktürmchen, hölzernen Balkone und Veranden sind zum Synonym für Binz geworden. Viele der prachtvollen Häuser im Stil der Bäderarchitektur sind heute Hotels und Pensionen, die das Flair der Jahrhundertwende (19./20.Jh.) mit einer zeitgemäßen Einrichtung verbinden. Aufgereiht wie auf eine Perlenkette zieren sie die über drei Kilometer lange Strandpromenade, die zum Flanieren und Verweilen einlädt. Den Mittelpunkt der Promenade bilden das 1908 im Jugendstil erbaute Kurhaus, der Konzertplatz mit Pavillon, Pergolen und Wandelhallen sowie die 370 Meter lange Seebrücke.

Binzer Bäderarchitektur

Binzer Bäderarchitektur

Binzer Fischerboot

Binzer Fischerboot

Kurhaus / Strand

Kurhaus / Strand

Binzer Bäderarchitektur

Binzer Bäderarchitektur

Binzer Seebrücke

Binzer Seebrücke